FACHWISSEN

Brand- und Rauchschutztüren — T30 und T90 in der Praxis

21. MAI 2026

Brand- und Rauchschutztüren im Objektbau — Koldere Brandschutzsysteme

Was Bauleiter und Generalunternehmer über T30- und T90-Türen wissen müssen — Klassifizierung, Anforderungen je nach Ausführung und typische Stolpersteine bei der Abnahme im Objektbau.

Was T30 und T90 wirklich bedeuten

T30 bezeichnet eine Tür, die im Brandfall mindestens 30 Minuten lang dem Feuerdurchtritt standhält. T90 entsprechend 90 Minuten. Diese Werte beziehen sich auf die Klassifizierung nach DIN 4102-5 beziehungsweise EN 13501-2 — je nach Ausführung des jeweiligen Türsystems.

Wichtig ist: Die Klassifizierung gilt ausschließlich für die geprüfte Einheit. Eine T30-Tür ist nur dann T30, wenn Türblatt, Zarge, Beschlag und Einbau exakt der Klassifizierungsunterlage entsprechen. Tauscht man zum Beispiel die Drückergarnitur gegen ein nicht geprüftes Produkt aus, erlischt die Klassifizierung.

Brandschutztüren werden oft mit Rauchschutzanforderungen kombiniert (Kennzeichnung: RS). Eine T30-RS-Tür hält dem Feuer 30 Minuten stand und ist gleichzeitig rauchdicht ausgeführt. Diese Kombinationen sind anhand der jeweiligen Herstellerunterlagen abzustimmen.

Koldere Leitfaden — Brandschutzsysteme
LEITFADEN

Brand- und Rauchschutz im Objektbau —
Klassifizierung und Abnahme 2026

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Anforderungen je nach Ausführung

Welche Tür wo eingesetzt wird, ergibt sich aus dem Brandschutzkonzept des jeweiligen Objekts. Bauleiter sollten dieses Konzept nicht erst bei der Lieferung der Türen zur Hand nehmen, sondern bereits in der Ausschreibungsphase einsehen.

Maßgebliche Prüfpunkte sind: Welche Türklassifizierung (T30, T90) ist gefordert? Sind zusätzliche Anforderungen (RS, Einbruchhemmung, Schallschutz) zu erfüllen? Welche Anschlagrichtung ist vorgesehen? Welche Bedienelemente (Panikfunktion, elektrische Verriegelung) sind erforderlich?

Diese Anforderungen sind objektbezogen zu prüfen. Eine pauschale „Brandschutztür" gibt es im Objektbau nicht — es gibt nur die für das jeweilige Bauteil und die jeweilige Anforderung geprüfte und klassifizierte Lösung.

„Im Brandschutz ist die saubere Dokumentation entscheidend. Wer hier improvisiert, riskiert nicht nur Mängel — sondern auch die Klassifizierung des gesamten Bauteils."

BAULEITER, GENERALUNTERNEHMER NRW

Häufige Mängel bei der Abnahme

Bei der Übergabe von Brand- und Rauchschutztüren tauchen wiederkehrende Mängel auf. Wer diese vorab kennt, kann sie frühzeitig vermeiden:

  • T (Türblatt) — Türblatt und Zarge stimmen nicht überein, geprüfte Einheit nicht dokumentiert.
  • B (Beschlag) — Nicht geprüfter Drücker oder nicht geprüftes Schloss verbaut — Klassifizierung erlischt.
  • D (Dichtung) — Rauchdichtung fehlt, beschädigt oder falsch positioniert — RS-Anforderung nicht erfüllt.
  • S (Schließfolge) — Bei zweiflügeligen Türen falsche Schließfolge — Selbstschluss nicht gewährleistet.

Tags: Brandschutz Rauchschutz T30 T90 Objektbau

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